Der Körper verfügt über Selbsterkennungsproteine, die körperfremde Zellen erkennen. Die Probleme treten auf, wenn die Oberflächen der Zellen verändert sind, was gerade bei Organtransplantationen ein großes Problem darstellt. Der Körper stößt in vielen Fällen die transplantierten Organe ab, weshalb bei Nieren- und Knochenmarkstransplantationen versucht wird, Spender-Empfänger-Paare zu finden, bei denen die Oberflächenstrukturen weitestgehend zusammenpassen.
In Bezug auf die Autoimmunkrankheit stellen sich heute Forscher und Mediziner die Frage, warum in diesem Fall der Körper seine Organe als fremd ansieht und angreift. Bisher ist die genau Ursache dieser Krankheit trotz intensiver Forschungen unklar. Forscher gehen davon aus, dass die Autoimmunkrankheit durch die Kombination von angeborenen genetischen Dispositionen entsteht. Solche Faktoren werden durch Stress, Infektionen oder Schwangerschaften begünstigt und es kann zum Ausbruch der Autoimmunkrankheit kommen.
Die Autoimmunreaktion kann sich hierbei auf ein bestimmtes Organ beschränken oder den gesamten Körper befallen. In den westlichen Industrieländern wird der Anstieg von allergischen Erkrankungen auf die Unterforderung des Immunsystems durch übertriebene Hygienemaßnahmen zurückgeführt. Forschern zufolge soll es so zu einer Umlenkung des Immunsystems auf körpereigene Strukturen kommen. Jedoch gibt es widersprüchliche Forschungsergebnisse, sodass diese Annahme nicht eindeutig bestätigt werden kann. Die Zellen bei der Autoimmunkrankheit verhalten sich nicht natürlich. Anstatt eindringende Fremdkörper abzuwehren wird die körpereigene Struktur angegriffen und lebenswichtige Organe werden als fremd empfunden.
Das Immunsystem richtet seine gesamte Abwehrstärke gegen diese Organe, was im Laufe der Zeit zur Folge hat, dass die Organe ihre Funktion aufgeben. Zudem wird das Immunsystem geschwächt und ist empfänglicher für andere Krankheiten. Wird die Autoimmunkrankheit nicht behandelt, würde sich der Prozess der Zerstörung der körpereigenen Strukturen und der Erneuerung der Organteile durch das Reparatursystem des Körpers lebenslang fortsetzen oder zur vollständigen Zerstörung des Organs führen.
Je nach Organ werden Autoimmunkrankheiten von Internisten, Dermatologen, Neurologen, Endokrinologen oder Nuklearmedizinern behandelt. Die Aktivität des Immunsystems wird durch die Verabreichung von Cortison oder Immunsuppressive gedämpft. Diese Substanzen haben jedoch erhebliche Nebenwirkungen, sodass neue Medikamente entwickelt werden sollen.